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Prähistorische Schätze auf Malta

Auf Malta können Tempel besichtigt werden, die 3600 Jahre vor Christus erbaut wurden.

Beeindruckend sind die in Europa einmaligen prähistorischen Tempelanlagen auf Malta und Gozo, die durch ihre Form und Größe so manchen Urlauber überraschen. Archäologische Funde auf Malta und Gozo haben gezeigt, daß die Inseln schon vor siebentausend Jahren besiedelt waren.

Ab etwa 3600 vor Christus entstehen die ersten Tempel. Diese Zeit wird Ggantija-Phase nach dem frühesten Dreiraum-Tempel auf Gozo genannt. Etwa 400 Jahre später setzt die Saflieni-Phase ein. In diese Zeit fallen beispielsweise der Baubeginn des Hypogäums und der Tempelanlage von Hagar Qim.Auch die Verzierungen werden anspruchsvoller. Der Stein wird mit Punkten und Spiralen verziert. Ab etwa 2800 vor Christus setzt die Tarxien-Phase ein. Es entstehen der Zentraltempel von Tarxien, die Gesamtanlagen von Ggantija, Hagar Qim und Mnajdra. In Tarxien findet man aufwendige Reliefverzierungen mit Tiergestalten und Fruchtbarkeitssymbolen. Bedeutende Funde sind Skulpturen wie die sogenannte „Venus von Malta", die in Hagar Qim gefunden wurde, die „Schlafende Dame" aus dem Hypogäum oder die monumentale, fast drei Meter große Skulptur einer Priesterin in Tarxien.

Über die Gründe für das Ende der Megalithkultur ab etwa 2500 vor Christus kann nur spekuliert werden. Archäologen vermuten, daß die Menschen der Megalithkultur matriarchalisch organisiert waren und eine Muttergottheit verehrten. Vermutlich waren für die Tempel ausschließlich Priesterinnen für Kulthandlungen verantwortlich.

Die Tempelanlagen bestehen aus mehreren, manchmal miteinander verbundenen Einzeltempeln, die nach ähnlichen Prinzipien errichtet wurden. Eine mächtige Außenmauer umschloß den Gebäudekomplex. Die Innenräume sind gewölbt und die Fassaden leicht geschwungen. Die älteren Tempel haben als Grundriß die Kleeblattform, wobei die einzelnen Kammern durch einen Gang miteinander verbunden waren. Das es sich um sakrale Bauwerke handelte, scheint aufgrund der zahlreichen Funde von Opfersklupturen, Tierknochen und Fruchtbarkeitssymbolen bewiesen. In den Tempeln finden sich immer auch aus Stein gehauene Altäre.
In einigen Tempeln hat man sogenannte Orakelräume ausgemacht. Der Innenraum war durch ein Loch in der Wand mit der Außenwelt verbunden. Es wird vermutet, daß diese Konstruktion nur den Priesterinnen bekannt war, die durch das Loch zu den im Raum versammelten, auf göttliche Zeichen wartenden Gläubigen sprachen.

Besucher der Tempelanlagen entdecken viele weitere Details, wie Bodenlöcher,Verzierungen und Fenstersteine, die Raum für ganz persönliche Interpretationen offenlassen. Man ist sich fast sicher, daß die Erbauer der Tempel friedliebend und gläubig waren. Um so erstaunlicher ist das plötzliche Ende der Kultur in ihrer Blütezeit.

Prähistorische Schätze:

HAGAR QlM: Die vielleicht schönste neolithische Tempelanlage auf Malta. Der Name bedeuted „Steine des Gebets". Lage: Südostküste in der Nähe von Qrendi.

MNAJDRA: deutlich gegliederte Tempelanlage. Lage: Unterhalb von Hagar Qim.

TARXIEN: Größte Tempelanlage der maltesischen Megalithkultur mit vielen Reliefverzierungen und bedeutenden Funden. Lage: In Tarxien, Nähe Grand Harbour.

GGANTIJA: Einer der ältesten und größten Tempel des Archipels. Lage: Plateau auf Gozo, Nähe Xaghra.

ARCHÄOLOGISCHES MUSEUM: Ausgestellt sind bedeutende Funde und Ausgrabungen aus der Frühgeschichte Maltas, beginnend bei der Megalithkultur bis zur Römerzeit. Lage: Republic Street, Valletta.

 

Quelle: FVA Malta / pairola-media